Einmal Gold und zweimal Silber: Die deutschen Behindertensportler haben am Montag bei den Paralympics drei Medaillen gewonnen. Einen Sieg schaffte Verena Bentele im Skilanglauf, Andrea Rothfuß und Gerd Schönfelder wurden jeweils Zweite im Ski Alpin.
Für die blinde Bentele ist es das insgesamt neunte Gold bei Paralympischen Spielen. Für die 15 Kilometer benötigte die Top-Sportlerin 45:11,1 Minuten. Zweite wurde Ljubow Wasiljewa, die 3:23 Minuten zurücklag. Jadwiha Skorabahataya aus Weißrussland wurde Dritte.
Bentele stieß nach ihrem Triumph erst einmal einen lauten Freudenschrei aus. "Das werden schon ein bisschen Bentele-Spiele hier" - sie wusste, dass sie zwei Tage nach Biathlon-Gold im Jagdrennen wieder Großartiges geleistet hatte. Bentele: "Ich wollte unbedingt gewinnen." Und es glückte, das dritte deutsche Gold der Spiele in Kanada war perfekt. Deutschland ist im Medaillenspiegel nun schon Zweiter hinter dem mit sechs Goldmedaillen dekorierten Team aus Russland.
Der 39 Jahre alte Gerd Schönfelder wurde im Stehend-Slalom in Whistler Creekside nur von dem Neuseeländer Adam Hall geschlagen. Der armamputierte Schönfelder hat damit bereits 15 Paralympics-Medaillen geholt. Elf davon waren Goldmedaillen.

"Das ist ein Juhu-Silber. Ich habe Silber gewonnen, wenn man vom vierten Platz kommt." Fast wäre der 39-Jährige noch nach ganz oben auf das Podest gefahren: Hall wackelte in Durchgang zwei mächtig und stand vor einem Sturz. Schönfelder: "Ich dachte schon, das könnte mir jetzt reichen." Tat es nicht, es blieb bei Silber, Chef de Mission Karl Quade war happy. "Ich freue mich sehr über die beiden Silbermedaillen. Beide haben die Nerven behalten."
Ebenfalls im Stehend-Slalom holte Andrea Rothfuß die Silbermedaille. Schneller als die 21-Jährige, die an der Hand beeinträchtigt ist, war nur die Kanadierin Lauren Woolstencroft. Rothfuß hatte bereits vor vier Jahren Silber gewonnen. Rothfuß war sehr glücklich: "Mir ist der erste Stein vom Herzen gefallen. Was ich mir vorgenommen hatte, ist jetzt schon erreicht", sagte die Lossburgerin.
Die deutschen Langläufer gingen dagegen leer aus. Im 20-Kilometer-Wettbewerb der Sehbehinderten belegten Willi Brem und Frank Höfle die Plätze vier und fünf. Kanadas Top-Behindertensportler Brian McKeever war in 51:14,7 Minuten nicht zu schlagen. In der Kategorie der Stehend-Läufer wurde Thomas Oelsner Zehnter. Paralympics-Neuling Tino Uhlig lag zwei Ränge dahinter.

Höfle, Deutschlands Rekordsieger bei Paralympischen Spielen, war "nicht ganz zufrieden. Ich wollte schließlich eine Medaille gewinnen", sagte der 42-Jährige. Brem wurde durch einen Sturz um eine bessere Platzierung gebracht: "Das hat mich die Medaille gekostet." Der 32-Jährige hatte schon zum Auftakt am Samstag im Biathlon-Jagdrennen Rang vier belegt. Trotzdem sprach er von einem "perfekten Rennen".
Oelsner sorgte unterdessen für interne Turbulenzen. Zwei Tage nach seinem 14. Platz im Biathlon-Jagdrennen sprach er im ARD-Hörfunk von "Sabotage". Angeblich soll sein Gewehr von Unbekannten so manipuliert worden sein, dass der fünffache Paralympics-Gewinner beim Schießen entscheidend Zeit verlor. Man glaube ihm, beweisen jedoch könne man nichts, hieß es vonseiten der Mannschaftsleitung.