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09. Februar 2010
 

ML Mona Lisa

 
sonntags, 18.00 Uhr
Helga Heinrich-Steudel sitzt in ihrem Rennwagen und wird fotografiert. Quelle: ZDF
Helga Heinrich-Steudel

ML Mona Lisa

Boxenstopp statt Ruhestand

Seniorin auf der Rennpiste

Als Helga Heinrich-Steudel ihre Karriere vor 50 Jahren begann, verwehrte ihr der Motorrad-Weltverband FIM die Piloten-Lizenz. Doch die geborene Rennfahrerin wechselte zum Autorennen und startete eine sagenhafte Karriere. Noch immer will die inzwischen 70-Jährige nichts vom Ruhestand wissen und klemmt sich lieber hinter das Steuer ihres Rennwagens.

 
 
 
 

Es muss dröhnen und donnern und nach Benzin riechen, dann fühlt sich Helga-Heinrich Steudel wohl. Sie liebt Vollgas und kassiert dafür schon einmal Punkte, oder Stempel wie damals zu DDR-Zeiten. Mittlerweile nimmt sie nur noch zum Spaß an Wettkämpfen teil, aber damals in der DDR revolutionierte sie den Rennsport. Als junge Frau überraschte sie die Männer am Steuer gleich bei ihrem allerersten Motorradrennen. "Die haben gesagt: Geh an den Kochtopf! Aber dann kam die Trainingszeit raus - und da war ich von 28 Fahrern gleich die schnellste", erzählt Helga stolz. Fast über Nacht wurde sie schlagartig bekannt als "Rennamazone" der DDR.

Motorrad Modell. Quelle: ZDF
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Auf einem Motorrad hat alles angefangen.

Helga ist in ihrer Heimat zur Berühmtheit geworden und so ist es auch nicht verwunderlich, dass an ihrem 70. Geburtstag das halbe sächsische Vogtland kommt, um der Jubilarin zu gratulieren. Gefeiert wird aber trotzdem zu Hause, im familieneigenen Farbengeschäft. Dort sind auch die Trophäen ihrer Erfolge im Wohnzimmer aufgereiht. Dass sie als Frau nie in der obersten Motorradrennklasse mitfahren durfte, tut ihr heute noch weh. Keine Lizenz bekommen zu haben, hat sie immer als eine Strafe empfunden.

 
Helga hält ein Plakat von früher hoch. Quelle: ZDF
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Helga hat viele Fans in ihrer Heimat.

Siegerin im Sachsenring

Das Talent wird dennoch zur Legende: Helga-Heinrich Steudel ist bis heute die einzige Frau, die jemals den Sachsenring gewonnen hat. Mit den Autorennen ging es dann richtig vorwärts. Fast wäre sie sogar zur ganz großen Weltkarriere durchgestartet. "Da kam dann ein Schweizer, der sagte: Ich packe dich rüber", erzählt sie. "Aber ich bin Vogtländerin. Das habe ich schon als junges Mädchen gesagt, mit 20 Jahren. Ich wollte nie von zu Hause weg." Und Fans hat sie in Deutschlands Osten auch genug.

 

Zum Geburtstag konnte sich Helga daher auch über einen neuen Rennanzug freuen, der so knallrot ist, wie ihr Rennwagen. Zumal sie es trotz etlicher Unfälle einfach nicht lassen kann, Rennen zu fahren. Die Frage, ob sie auch Angst habe, verneint sie: "Das haben mich schon viele gefragt, gerade wegen der schweren Stürze und Verletzungen, die ich hatte. Aber ich habe das immer weggesteckt, wie wenn nichts gewesen wäre."

 
Helga fährt ein Rennen. Quelle: ZDF
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Der Rennsport ist nach wie vor Helga's große Leidenschaft.

Geborene Rennfahrerin

Sie habe eben Benzin im Blut, scherzt sie und brauche die Geschwindigkeit. Ausbremsen lassen hat sie sich nie. Auch wenn früher manche Kollegen ihre Technik sabotierten, sie war am Ende trotzdem schneller. "Hier muss eine Frau genauso viel leisten wie ein Mann und das hat mich immer auch ein bisschen angespornt", erklärt sie ganz pragmatisch und fügt hinzu: "Ich bin halt so, wie ich bin."