Heiligenhafen, das idyllische Städtchen an der Ostsee, ist als Filmmotiv noch recht unentdeckt. Mit großem Enthusiasmus und tatkrätiger Hilfe haben die Ortsansässigen das Filmvorhaben unterstützt. Die Producerin Nikola Bock beschreibt ihre Eindrücke von den Dreharbeiten und der Aufnahme des Filmteams.
"Der Tote am Strand" wurde in Heiligenhafen (ca. 9.500 Einwohner) an der Ostsee gedreht und dort von Beginn an begeistert unterstützt. Gleich das erste Treffen vor Ort fand unter den Fittichen des Bürgermeisters statt, der seine sämtlichen Abteilungen - vom Verkehrsamt bis zur Touristik - zur tatkräftigen Unterstützung aufrief.
Das war ein Segen für unsere Dreharbeiten, denn eine "filmische Infrastruktur" wie an anderen Drehorten war hier zunächst nicht vorhanden. Ob es der Direktor des Kuramts war oder der Leiter der Psychiatrischen Klinik, alle legten sie Hand an und halfen: Das Produktionsbüro wurde in den Räumen des ehemaligen Kindergartens der Psychiatrie untergebracht; andere Dinge wie Zelte oder Beamer schaffte der Kurdirektor selbst heran.
Das Hauptmotiv des Films, die idyllische "Villa Seerose", wurde das Haus Wotan auf der Halbinsel Graswarder, die Heiligenhafen quasi vorgelagert ist. Diese schmale Halbinsel, mehrfach im Jahr der Flut preisgegeben, ist der schönste Aussichtspunkt für die herrlichsten Sonnenuntergänge und beliebtester Spazierweg der Heiligenhafener. Zur großen Erleichterung aller zeigte sich der Oktober von seiner sonnigsten Seite, den Kameramann Philipp Timme in wunderbaren Außenaufnahmen einfangen konnte.
Das kleine Ostsee-Städtchen bot eine derart herzliche Aufnahme und Unterstützung, wie wir sie als Teamfilm lange nicht erfahren hatten, bedeuten Dreharbeiten doch auch immer Einschränkungen für die Anwohner.
Der stellvertretende Bürgermeister kam auch zum Hamburger Filmfest, wo "Der Tote am Strand" seine Premiere feierte. Und unser ortsansässiger Fahrer fand sich am Ende selbst in Hamburg zurecht, was ihm am Anfang der Produktion nach seinen eigenen Worten so fremd war wie New York.